Eine interaktive Ausstellung

interaktive Ausstellung

Eine interaktive Ausstellung eröffnet fremde Lebenswelten

Für die Schülerinnen und Schüler der 8. Und 9. Klasse bot sich am 28.11. 2018 eine ganz andere Art des Lernens an. Missio kam an die Schule und baute in der Aula einen Lernparcours auf mit drei höchst spannenden interaktiven Modulen. Die Jugendlichen erhielten Tablets, durch die sie durch die Ausstellung geführt wurden. Auf ihnen erhielten sie ihre Arbeitsanweisungen. Mit ihnen lernten sie nicht nur fremde Menschen begegnen, sie schlüpften gleichsam in das Leben eines philippinischen Jungen oder in das eines philippinischen und indischen Mädchens. Die Schülerinnen und Schüler mussten praktisch deren Leben virtuell führen. Da gab es, wenn eine Entscheidung gefallen ist nicht noch einmal einen Neuanfang; jeder ausgesprochene Satz hatte Konsequenzen. Die raue Wirklichkeit hatte einen fest in den Griff bekommen und das war nicht angenehm. Die Jugendlichen fühlten und tasteten sich förmlich in die Müllberge hinein, welche die Lebenswelt vieler Kinder in Indien und auf den Philippinen ist. Menschenhandel, armutsbedingte Prostitution und arrangierte Ehen prägen deren Alltag. Erschreckend erfahrbar wurde die Erfahrung, dass Menschenwürde oft ein Fremdwort ist und Menschenrechte nichts gelten. Diese interaktive Ausstellung weckte andere Gefühle als wenn man nur über die Not in einem fremden Land liest. Plötzlich war man selbst betroffen. Man dachte über die zahlreichen Ursachen nach, warum einen das Schicksal so übel mitspielte. Man dachte über mögliche Lösungswege aus dieser Misere nach und kam zu dem Schluss, dass es aus eigener Kraft fast unmöglich ist, diesem unmenschlichen Elend zu entfliehen. In der Ausstellung gehen alle Geschichten gut aus, weil die indischen und philippinischen Kinder durch Projekte von Missio aufgefangen wurden. Aber man konnte sich ausmalen, was passieren würde, wenn diese Kinder nicht dieses Glück gehabt hätten, hier ein neues Zuhause zu finden, wo sie ihre Traumata durch schreckliche Gewalterfahrungen überwinden konnten. So konnten die Schülerinnen und Schüler entdecken, dass es sich lohnt, sich sozial zu engagieren, dass es mitunter auch Mut und Entschlossenheit braucht, hinzusehen und zu helfen. Änderungen sind möglich.

Georg Heckert, RL i.K.

 

 

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